31. Oktober 2012/ BERLIN, Aedes Campus, Münster school of architecture

Vortrag: »Für einen erweiterten Architekturbegriff, der auch die Dinge einschließt. Serviced apartments und Friedhöfe für Kuscheltiere«

The metropolitan laboratory
University Design Studio
msa/ münster school of architecture
Studioleiter: Ludwig Heimbach

serviced apartments

»Das ‘serviced apartment’ ist eine Beherbergungsbetrieb in städtischer Umgebung, in dem die Unterbringung für längere Zeit erfolgt. Der Service reicht von sehr geringem Angebot bis zu einem hotelmäßigen Roomservice.« (Definition des DEHOGA Bundesverbands) Die Fragestellung des Studios ist, inwieweit sich Le Corbusiers Wohntraum vom »Wohnen im Ozeanliner« (in: »Précisions«, 1929) ins heutige Berlin, die Stadt des »Anderswo«, transferieren lässt.

  • Welche Rückschlüsse und Veränderungen ergeben sich hieraus für die Bauaufgaben »Wohnbau« und »Hotel«?
  • Inwieweit stellt die Stadt schon eine Service Infrastruktur für ein (temporäres) Wohnen dar?
  • Welche architektonische Struktur kann diese zum Nutzen der Bewohner sinnvoll erweitern?

Hierbei dient die aus der Entwicklung von Benutzeroberflächen  bekannte »Persona-Methode« als Vehikel zur näheren Konzeptfindung – diese Methode des fiktiven, personalisierten Nutzerprofils, befragt die Vorstellung einer Allgemeingültigkeit von Architektur: Führt nicht der Wunsch, sich an (zu) vielen Nutzern zu orientieren zu einer Architektur, mit der sich zwar viele abfinden können, die aber niemanden wirklich begeistert ?

Das aus den Bedürfnissen der »Persona« entwickelte Raumprogramm (Wohnen + Services) klinkt sich in die Infrastruktur-Landschaft Berlin ein; sie nutzt und erweitert diese.

Die Infrastrukturlandschaften der Stadt sind vielseitig: neben den allgemein bekannten, werden auch die Zusammenhänge von Arbeiten und Mobilität vor dem Hintergrund von selfstorage und office sharing einbezogen. Beide Nutzungen sind im Kontext der Entwicklung des Wohnflächenbedarfs der Einwohner einer Stadt zu untersuchen und einzuordnen. Die Grenzen zwischen privat und öffentlich sollen nicht aufgelöst, sondern hinterfragt und verschoben werden: die Wohnung dient dabei als »Maschine zur Be- und Entschleunigung zwischen Stadt und Bett«.

Studioleiter: Ludwig Heimbach

http://www.ancb.de/sixcms/detail.php?id=7718425